Diese Technik der Druckweiter-Verarbeitung ermöglicht "eine fließende Fertigung vom Zusammentragen bis zum Verpacken der Produkte und stellt damit die rationellste Variante der Buch- und Broschurenproduktion dar. Allerdings treten trotz sachgemäßer Verarbeitung gelegentlich Probleme auf, z.B., daß sich aus einem neuen Produkt auch bei vorsichtiger Benutzung Blätter aus dem Blockverband lösen."1)
Die zu bindende Papiersorte und (bei Broschuren) die Umschlagkartonsorte, die Art der Rückenbearbeitung und der eingesetzte Klebstoff beeinflussen die Qualität einer Klebebindung. Gegenwärtig werden folgende Klebstoffe alternativ eingesetzt:
_ "Plastdispersions-Klebstoffe (Kaltleime, Weißleime), deren Hauptbestandteile Polyvinylacetat und synthetische Weichmacher sind.
_ Schmelz-Kebstoffe (Hotmelts): 3-Stoff-Systeme, die aus dem Basispolymer (Ethylen-Vinylacetat-Copolymerisate), Kleb-Harzen (z. B. Kolophonium) und Weichmachern (z. B. Paraffinen) bestehen.
_ Polyurethan(PUR)-Klebstoffsysteme: Reaktive Schmelzkleber, die nach dem Klebstoff-Auftrag schnell erstarren. Die Vernetzung der zunächst relativ kurzen, adhäsionsfähigen Präpolymeren zu stabilen Polyadditiven erfolgt mit der Papier- und Umgebungsfeuchte in einer langsamen, mehrstündigen Reaktion."1)
Während Naturpapiere gut klebebindefähig sind, kann die Beschichtung gestrichener Papiere ein thermoplastisches Verhalten bewirken: "Zwischen Blattkante und Leim entsteht eine Isolierschicht, die eine innige Verbindung verhindert... Auch Druckfarben, die vollflächig bis in den Buchrücken laufen, bilden eine solche Sperrschicht."2)
1) Prof. Dr. Nestler: "Klebebindung - die unendliche Geschichte", in: "Offset-Praxis", Fellbach, Nr. 3/1997, S. 60 ff.
2) Erhardt D. Stiebner: "Bruckmann´s Handbuch der Drucktechnik", 5. Auflage, München 1992, S. 287 ff.