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Papiersorten
Kennzeichen wichtiger Papier-Sorten
Mit freundlicher Genehmigung der igepa entnommen aus der Broschüre "Über Papier – Rohstoffe/Herstellung/Einsatz", 3. Auflage, 1994.

Die Stoffzusammensetzung
Je nach Art der verwendeten Rohstoffe unterscheidet man hadernhaltige, holzfreie und holzhaltige Papiere.
Da sich aber jedes mit jedem beliebig mischen läßt, ist die Anzahl der Varianten entsprechend groß.

Hadern-Papiere
also Papiere, die zu 100% aus Leinen- oder Baumwollumpen bestehen, sind die teuersten Feinpapiere überhaupt und dementsprechend selten. Gebräuchlicher sind hadernhaltige Papiere, zum Beispiel für Wert- und Bibeldruckpapiere sowie hochwertige Bankpostpapiere.

Holzfreie Papiere
bestehen aus Zellstoff. Feine Bücher- und Zeichenpapiere sind manchmal auch mit einem Hadernzusatz veredelt. Holzfreie Papiere haben gegenüber den holzhaltigen entscheidende Vorteile: Die Fasern sind länger und elastischer, das Papier ist fester und besser zum Veredeln geeignet. Und es vergilbt wesentlich langsamer. Die Papierindustrie hat Hilfsstoffe entwickelt, um Papiere alterungsbeständiger zu machen.

Holzhaltige Papiere
enthalten vorwiegend Holzschliff, meist mit einem mehr oder weniger großen Zellstoffanteil. Bei entsprechend geringen Holzschliffanteilen spricht man von "leicht holzhaltigen" bzw. "fast holzfreien" Papieren.

Die gängigsten Druck-Papiere

Natur-Papiere
sollen fest, gut druckfähig und möglichst opak sein. Sie bestehen aus Faser- und Hilfsstoffen, sind ungestrichen, so wie sie unmittelbar aus der Papiermaschine kommen. Naturpapiere können weiß und farbig, holzfrei, holzhaltig und aus Sekundärfasern (Recycling) hergestellt werden.*
* Anmerkung der Redaktion: Zu der Sorte der Naturpapiere gehört z. B. das SC(supercalendered)-Papier: Superkalandriertes, glattes, holzhaltiges, ungestrichenes Papier mit einem Flächengewicht zwischen 50 und 60 g/qm.

Werkdruck-Papiere
sind hochvolumiger gearbeitet als ihr Flächengewicht vermuten läßt. Sie geben auch Büchern mit geringerem Seitenumfang ein voluminöses Aussehen.

Bilderdruck-Papiere
sind beidseitig maschinengestrichene Papiere. Sie können matt oder glänzend sein.
Der Strichauftrag ist je nach Qualität unterschiedlich, aber fast immer niedriger als bei Kunstdruckpapieren, deren Strichauftrag je Seite mindestens 20 g/qm beträgt. Glänzend gestrichene Bilderdruckpapiere entstehen durch eine nachträgliche Satinage auf einem Kalander außerhalb der Papiermaschine. Zunehmend beliebter werden mattgestrichene Bilderdruckpapiere (Offsetpapiere), da sie eine reflektionsfreie Bildwiedergabe
ermöglichen. Für den Drucker sind sie jedoch manchmal problematisch, weil die Druckfarben auf diesen Papieren meist weniger scheuerfest sind. Drucke mit großen Volltonflächen müssen bei der Weiterverarbeitung ausreichend trocknen. Außerdem läßt sich die Scheuerfestigkeit verbessern, indem man Spezialdruckfarben verwendet oder nachträglich lackiert.

LWC(light weight coated)-Papiere
sind leichtgewichtige, zweiseitig maschinengestrichene Rollenpapiere, die trotz ihres geringen Flächengewichts von 35 bis 80* g/qm sehr opak sind. Sie haben gute drucktechnische Eigenschaften und werden für den Rollenoffset und Tiefdruck hergestellt. Sie finden Einsatz als Mailings, Prospekte, Illustrierte und Versandhauskataloge.
* Anmerkung der Redaktion: Üblicherweise zählen zweiseitig maschinengestrichene Rollenpapiere ab 70 g/qm zu den HWC(high weight coated)-Papieren. Bei LWC- und HWC-Papieren handelt es sich um holzhaltige Qualitäten.

Kunstdruckpapiere
werden in speziellen Streichmaschinen beidseitig veredelt. Das heißt, auf holzfreie Rohpapiere wird eine Streichmasse aufgetragen, die dem Papier eine absolut ebene und geschlossene Oberfläche verleiht. Dieser Auftrag besteht aus feinsten mineralischen Füllstoffen (China-Clay, Kreide) und Bindemitteln (Stärke) oder einer Kunststoff-Dispersion. Die Streichmasse macht etwa ein Drittel des Papiergewichts aus. höchste Ansprüche. Im Offsetdruck lassen sich mit feinsten Rastern hervorragende Druckergebnisse erzielen.

Gussgestrichene Papiere
sind hochglänzende Druckpapiere. Der Glanzeffekt entsteht dadurch, daß die gußgestrichene Papierbahn an einen dampfbeheizten, hochglanzverchromten Zylinder gepreßt wird. Dabei verdampft die Feuchtigkeit aus der Streichmasse und die Glätte des Zylinders überträgt sich auf das Papier. Da diese Papiere nicht satiniert werden, haben sie ein hohes Volumen. Gussgestrichene Papiere bestechen durch ihre guten technischen Eigenschaften und ihre hochwertige Anmutung. Daher eignen sie sich besonders für anspruchsvolle Werbedrucksachen. In Verbindung mit Hochglanzdruckfarben kann der Gußstrich eine zusätzliche Drucklackierung überflüssig machen.

Chromo-Papiere
sind einseitig gestrichene Papiere, die sowohl weiß oder farbig, matt oder glänzend sein können. Je nach Einsatzzweck müssen sie spezielle Eigenschaften haben. Sie sind z. B. naß- und laugenfest, präge-, bronzier-, lackier- und kaschierfähig.

Etiketten-Papiere
für Mehrwegflaschen müssen nass- und laugenfest sein. Ihre hohe Nassfestigkeit verhindert, daß sie beim Abfüllvorgang beschädigt werden. Durch ihre Laugenfestigkeit bleiben sie auch nach dem Ablösen in der Spülmaschine als Ganzes erhalten. Außerdem müssen diese Papiere naßopak, dimensionsstabil und abriebfest sein. Eine Rückseitenpräparierung hält sie auch bei wechselnder Feuchtigkeit in guter Planlage. So zahlreich wie die Anwendungsgebiete und so unterschiedlich wie die Anforderungsprofile, so groß ist heute das Sortiment spezieller Etikettenpapiere.

Einschlag-Papiere
sind meist holzhaltige und vollgeleimte Chromopapiere mit hohem Glanz und guter Opazität. Sie sind besonders steif und knickfest sowie präge-, bronzier- und lackierfähig. Einschlag-Papiere sind physiologisch und toxikologisch unbedenklich und entsprechen den Bestimmungen des Lebensmittelrechts. Eingesetzt werden sie hauptsächlich für die Verpackung von Nahrungsmitteln.

Banderolen-Papiere
kommen mit den verschiedensten Materialien wie Weißblech, Glas und Kunststoff in Kontakt. Bei Tiefkühlkost müssen sie das Kondenswasser abweisen und sich gegenüber Metallen korrosionsneutral verhalten. Das heißt, sie dürfen keinerlei Rost verursachen. Weitere Merkmale dieser Papiere: hohe Weiße, Glanz sowie gute Bedruckbarkeit.

Metallisierte Chromo-Papiere
werden mit einer sehr dünnen Alu-Schicht "bedampft". Der Silberglanz verleiht ihnen das Prädikat "besonders wertvoll". Hinzu kommt, daß dieses Verfahren weniger umweltbelastend ist als die heute weniger bedeutende Bronzierung.
 




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